Schönes aus dem Fernlernen der Anne-Frank-Realschule

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 Seit nunmehr vier Wochen sind die Schulen geschlossen, die Flure still und leer. Schülerinnen und Schüler sind ebenso wie die Lehrerinnen und Lehrer nach Hause vor den Bildschirm verbannt. Ins Homeschooling. In ein fernes Lernen mit all den bekannten Schwierigkeiten. Deshalb soll heute der Blick auf das Schöne gelenkt werden, das in dieser ungewohnten Art des Unterrichtens und Lernens entsteht. Vom Instrumentenbau bis zur Corona-Kunst

Die Klasse 7b hat mit ihrer Techniklehrerin Christel Reuter das Game-based Learning für sich entdeckt

und die Herausforderung der Teilnahme am Pilotprojekt „Baut Zukunft! Der kreative Minetest Server für zeitgemäße Bildung“ angenommen. Nun bauen die Siebtklässler an ihrer AFRS-Welt und lernen fast nebenbei zu programmieren.

 

In den Klassen 5 und 6 sollten die Kinder eine "Gitarre" aus Alltagsgegenständen und Resten bauen. So kamen die kleinen Musiker unter der Anleitung von Demian Dorfinger und Oliver Stotz dem Schall auf die Spur, erfuhren ganz praktisch, wie ein Instrument funktioniert und was ein Resonanzraum bewirkt.

Einer anderen Art praktischer Herangehensweise bedient man sich in den Naturwissenschaften: Durch gezieltes Experimentieren werden Schlussfolgerungen gezogen und Erkenntnisse gewonnen. So hat Louis im Unterrichtsfach „Naturphänomene“ bei Theresia Schönit-Urbainczyk herausgefunden, dass Zucker, Mehl, Reis, Nudeln und Mais eine unterschiedliche Dichte haben, wobei die Dichte des Zuckers am größten ist. Sein Fazit: „Wenn das Volumen gleich ist, dann gilt: Je größer die Masse, desto größer ist die Dichte.“ Phänomenal!

Tatsächlich steht auch Sport auf dem Fernlernplan. Sebastian Braden nutze die seltene Gelegenheit einer verschneiten Kulisse, um seine 5b auf die Olympischen Winterspiele einzustimmen. In einer Videokonferenz traf der Sportlehrer seine Kids zu einem kleinen Workout. Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Bobfahren, Eishockey, Skispringen oder besser -fliegen... Kinderzimmer, Wohnzimmer oder Keller wurden kurzerhand zur Arena umfunktioniert. Anschließend ging es raus in den Schnee, wo Schneemänner und –frauen und architektonische Meisterleistungen vollbracht wurden.

Meisterleistung ist ein gutes Stichwort.

Wir finden: Das, was alle Beteiligten unserer Schulgemeinschaft gerade vollbringen – die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte, die Eltern und die Schulsozialarbeiterinnen – ist eine Meisterleistung. Umso wichtiger ist auch der Blick nach Innen und die Frage, was uns gerade bewegt. Kristiina Ringert stellte ihrer Klasse diese Frage. Die 8c zeichnete, was „im Lockdown wichtig wurde“. Als Vorlage dienten selbst geknipste Fotos. So erfuhren wir, was unseren Jugendlichen Halt gibt: Musik, das Haustier, Sport (auch digital), Hobbys und Schokolade.

Wir freuen uns darauf, wenn wir einander wieder begegnen können und bis dahin freuen wir uns über diese schönen Geschenke des Fernlernens. Im Moment können wir nichts anderes tun, als das Beste aus den bestehenden Möglichkeiten zu machen – wenn wir Glück haben mit Musik und Schokolade.